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Das Ende der Sicherheit

"Der Computer arbeitet deshalb so schnell, weil er nicht denkt.“

Was der Aphoristiker Gabriel Laub damit meinte, ist oft nicht so ganz klar. Wenn wir sehen, wie uns Google Now plötzlich unseren Tag organisiert und Siri uns Antworten auf Fragen gibt, die uns beschäftigen, dann scheinen die Grenzen zwischen Maschine und Gehirn zu verschwimmen. Die einen haben eher Angst vor der Entwicklung, andere begrüßen sie und wenige treiben sie voran und sitzen somit an den Ölquellen der Zukunft. Daten sind das Rohmaterial der Zukunft aus dem Konzerne Wissen raffinieren. Wissen über ihre Kunden, Wissen über die Umwelt, in denen sie sich bewegen. Aus diesem Kontext destilliert der Suchmaschinenriese – dessen Suchmaschine schon lange nur mehr ein Produkt von vielen ist – Profile über uns. Zum einen nützen uns diese Profile immens: Unsere mobilen Begleiter kennen unsere Pendelstrecken, machen Vorschläge, erklären uns unser Umfeld. Andererseits wissen wir natürlich nicht ganz genau, womit diese Profile sonst noch verknüpft werden.

Die Google-Timeline weiß schon jetzt sehr genau, wo wir einkaufen und wo wir uns aufhalten. Aber sie weiß theoretisch auch, welche Ärzte wir besuchen:

https://www.google.com/maps/timeline

Doch zurück zum Denken. Im Moment ist Wissen einfach nur Wissen. Wir können noch nicht ein echtes Gehirn nachbilden, das intelligente Schlussfolgerungen macht. Wir können nur so tun, als ob. Wir können die geschätzten 100 Milliarden Nervenzellen unseres Denkapparates nachbilden, aber es ist noch nicht gelungen, sie mit einer Seele und einem Charakter auszustatten. Es spielen viel mehr Parameter eine Rolle, als eine reine Reizübertragung per Elektroimpuls.

Computer mögen schneller sein, als wir, aber das liegt auch daran, dass sie sich auf genau eine Sache konzentrieren können. Wir nicht. Auf uns prasseln jede Millisekunde unzählige Informationen ein, die verarbeitet werden wollen und die uns fühlen lassen.

Gut so!

Geräte sollen Werkzeuge sein, die uns den Alltag erleichtern, die uns Spaß machen, und nicht Ersatzfreunde.

 

Euer VIT-Journal-Blogger Patrick Schönberger, Geschäftsführer der Label3 GmbH, Deggendorf. Du erreichst mich unter ps@vit-journal.de